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Die Wegwarte

Die Wegwarte

Ihr botanischer Name lautet Cichorium intybus und sie gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Im Moment macht sie ihrem Namen alle Ehre und erblüht zahlreich an den Wegesrändern in ihrem sanften Blauton.
Auch die Herkunft ihres botanischen Namens „Cichorium“deutet auf ihren liebsten Standort hin:
„kio“ von „kichorien“ heisst so viel wie, „ich gehe“ und „chorion“ „das Feld“.
Eine Legende besagt, dass die Weiß blühenden Wegwarten Prinzessinnen seien und die Blau blühenden die Zofen der Prinzessin.
Der Prinz, der besagten Prinzessin, ritt auf seinem Pferd Richtung Osten davon und wurde nie wieder gesehen.
Die Prinzessin hielt jeden Tag Ausschau nach ihm und trauerte sehr.
Mit ihr trauerten auch ihre Zofen.
Schließlich erbarmte sich der Herr im Himmel und verwandelte sie alle in die Blumen des Wegesrandes um sie von ihrer Trauer zu erlösen und das sie den Weg immer im Auge behalten konnten.
Die Prinzessin verwandelte er in eine weiße Blume und ihre  Zofen in blaue Blumen, die alle Richtung Osten, der aufgehenden Sonne entgehen schauen und auf ihren Prinzen warten.

Im Mittelalter sagte man der Wegwarte magische und schützende Kräfte nach.
Wer sie bei sich trug, sollte von Waffen verfehlt werden.
Wenn ein Gewitter aufzog, pflückte man sie um sich vor dem Gewitter zu schützen.
Außerdem war sie Bestandteil vieler Zauber.
So soll sie Liebesglück herbei bringen und hieb- und stichfest machen.
Frauen, die bei einer Geburt zu verbluten drohten, wurde die Wegwarte von guten Feen herbei gebracht und ihre Wurzel soll sich aller 7 Jahre in einen Vogel verwandeln.
Man glaubte auch das blaue Blumen eine ganz besondere Verbindung zur menschlichen Seele haben.
So sollen die Indianer Nordamerikas gesagt haben „der Weg des Herzens und der Seele ist Blau wie eine blaue Blume“, dazu gehörte auch die Wegwarte.
So wurde die Wegwarte auch hierzu Lande bei Verstimmungen und Schwermut des Herzens angewandt.
Da die Augen ja bekanntlich auch den „Spiegel zur Seele“ darstellen sollen, verwundert es nicht, dass blaue Blumen wie auch die Wegwarte, neben Blumen wie z.B. der Akelei und der Kornblume auch immer wieder in der Geschichte der Heilpflanzen, als Augen- und Seelenheilmittel zu finden sind.
Doch die Wegwarte ist sogar schon viel früher bekannt.
Auch im alten Ägypten, 4 Jahrtausende vor Christus sagte man ihr schon magische Kräfte nach.

Die Wegwarte

Die Wegwarte hat noch ca. 60 weitere Namen, darunter auch Sonnenbraut, Blaue Distel, Sonnenwedel, Wegleuchte, Zichorie und viele weitere.
Die kultivierte Wegwarte wurde als Kaffeeersatz verwendet.

Der berühmte, schwedische  Naturwissenschaftler Carl von Linnè, dem wir auch die botanische Namens Reglung zu verdanken haben und großer Bestandteil meiner Ausbildung war, entdeckte, dass man an bestimmten Blumen auch die Zeit ablesen konnte.
So war die Wegwarte auch ein Bestandteil seiner Blumenuhr.
Er pflanzte 9 Blumen im Kreis und als erstes öffnete sich die Blüte der Wegwarte.
Dies geschieht zwischen 4 und 5 Uhr morgens, um 10 Uhr abends schließt sich ihre Blüte wieder.
Als nächstes öffnet sich die Blüte des Löwenzahns zwischen 5 und 6 Uhr morgens und schließt sich gegen 8 bis 9 Uhr abends.
Je nach Klima, Standort und Jahreszeit schwanken diese Angaben natürlich ein bisschen.

Das Aussehen und der Standort der Wegwarte:

Auch die Wegwarte ist eine ausdauernde Staude.
Sie hat einen 40-80 cm hohen Stiel.
Dieser ist aufrecht, krautig und verzweigt.
Ihre Blätter sind länglich, oval die spitz zulaufen und sind tief eingeschnitten gezähnt.
Erblühen tut sie von Juli bis September in den Farben: Blau, Blauviolett und selten auch in Weiß.
Die Blüten können einen Durchmesser von 6 cm haben und das Ende der Blütenblätter ist  ebenfalls gezähnt.
Die Wegwarte findet man in Asien, über ganz Europa, in Nordafrika und in fast ganz Amerika.
Vorzugsweise wächst sie auf trockenem Boden.
So findet man sie meist an Weges-, Feld und Straßenrändern wo sie ihrem Namen alle Ehre macht.
Aber auch in Gebirgen trifft man sie bei weit über 1000 Höhen Metern an.
Die Wegwarte ist mit Chicorée und Radicchio verwandt.
Die Wurzel der Wegwarte sammelt man von März bis April und von Oktober bis November und lässt diese an einem warmen und trockenem Ort trocknen.
Die Blätter und das Kraut sammelt man von Juni bis September und die Blüten ebenfalls von Juli bis September. 

So können die jungen Blätter der Wegwarte in der Küche in Salaten angewendet werden.
Davor sollte man die Blätter aber wegen ihrem teils starken, bitteren Geschmackes für ca. 2 h in Wasser einlegen.
Die  Blüten eignen sich ebenfalls zur Anwendung im Salat, frisch sowie getrocknet.
Um 1836 wurde durch die von Napoleon verordnete Kolonialsperre der Kaffee auf dem Festland knapp.
So kam die Wegwarte, also die Zichorie, als Kaffeeersatz zum Einsatz.
Sie wurde in großen Feldern angebaut und ihre Wurzel geerntet.
Ihre Wurzel wurde geröstet und mit Feigen der Geschmack verfeinert.
Auch heute noch werden die Wurzeln getrocknet, geröstet und zermahlen um den „Muckefuck-Kaffee“ herzustellen.
Außerdem wurde früher eine Art Süßigkeit aus ihrer Wurzel hergestellt.
Man kandierte die Wurzeln und auch Blüten.

Die Wirkstoffe der Wegwarte sind:
Inulin, Bitterstoffe, Intybin, Mineralstoffe, Harze und Gerbstoffe.
Als Heilpflanze eingesetzt kann sie hauptsächlich gegen zu hohen Blutzucker und Verdauungsbeschwerden wie Durchfall wirken.
Sie wirkt Cholesterin senkend.
Sie kann Blutreinigend wirken und unterstützt Galle sowie Leber.
Außerdem kann sie innerlich sowie äußerlich angewandt gegen Hautprobleme wie Akne, Ekzeme und Flechten helfen.
Sie kann als Tee getrunken das Nervensystem stärken und das Gedächtnis verbessern.
Auch bei rheumatischen Beschwerden kann sie Linderung verschaffen.
Die Wegwarte wird auch in der „Bachblütentherapie“ eingesetzt.

Die Wurzel der Wegwarte kann als Entgiftungstee getrunken werden:

Hierfür trinkt man über 3 Wochen, 2 x am Tag eine Tasse mit:

100 g „Zichorienwurzel“ also der Wegwarte
130 g Löwenzahnwurzel
100 g Splitholz der Winterlinde
150 g Fenchelwurzel
10 g Süßholzwurzel
50 g Selleriewurzel 

Die Ziehdauer des Tees sollte 5 min nicht überschreiten, so auch bei allen weiteren Tees die mit der Wegwarte zubereitet werden, z.B. Tee gegen zu hohen Blutzucker.
Gegen zu hohen Blutzucker wird ebenfalls eine Teekur mit der Wegwartenwurzel und dem Kraut empfohlen, wovon man 2 Tassen, 1 morgens auf nüchternen Magen und eine abends, trinkt. 

Auf der Haut angewendet, gegen Unreinheiten, kocht man ebenfalls einen Tee aus der Wurzel und seiht diesen ab.
Dann wird dieser Sud regelmäßig als Gesichtswasser oder Kompresse angewendet.

Warnhinweise:

Wer unter Gallensteinen leidet sollte die Verwendung zunächst mit seinem Arzt abklären.
Auch bei der Wegwarte kann es zu allergischen Reaktionen kommen da sie ein Korbblütler ist.

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