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Naturliebe

Die Schafgarbe (bot. Achillea millefolium)

Schafgarbe

Die Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Ihren botanischen Namen „Achillea“ und das Synonym „Soldatenkraut“ hat die Schafgarbe aus der griechischen Mythologie.
Achilles brachte die Schafgarbe von der Heilkunde der Zentauren mit welche sie zur Heilung ihrer Krieger verwendeten.
Er heilte mit ihr die Wunden des Königs Telephos aus Mysien vor den Toren Trojas.
So wurde sie auch als Schnellverband bei Schlachten und bei Soldaten aus dem 1. Weltkrieg angewandt.
„millefolium“ kommt von ihren vielen, gefiederten Blättern.

Ein weiteres Synonym für die Schafgarbe ist das „Zimmermannskraut“.
Der Zimmermann Joseph verletzte sich, sein Sohn Jesus verband die Wunde mit der Schafgarbe.
Daraufhin heilte die Wunde sehr rasch.
Im Mittelalter nannte man sie wegen der Form ihrer Blätter „Die Augenbraue der Venus“.
Außerdem gilt sie seit dem Mittelalter als wichtiges Frauenheilkraut.
Auch der Pfarrer Kneipp empfahl sie bei Frauenleiden wie Unterleibskrämpfen und Störungen der Regelblutungen.
Der Name „Schafgarbe“ kann viele Hintergründe haben: einer davon ist, dass sie bei Krankheiten der Schafe an sie verfüttert wurde.
Doch es gibt noch weitere Varianten zur Namensgebung „Schafgarbe“.
„Garbe“soll von dem Wort „garwe“ kommen, was so viel wie „Gesundmacher“ bedeuten soll.
Sie gilt als eines der ältesten Heilmittel der Welt.
In Schweden verwendete man sie als Hopfen Ersatz zum Bierbrauen.

Aussehen und Standort:
Die Schafgarbe ist eine ausdauernde und winterfeste Staude und umfasst ca. 200 weitere Arten.
Zunächst könnte man beim Aufbau der Blüte denken, die Schafgarbe sei ein Doldenblütler.
Doch schaut man sie sich genauer an, erkennt man das die Blüten aus kleinen Körbchen bestehen und das sie so ein Korbblütler ist.
Ihr Stiel ist aufrecht und kann bis zu 1 m hoch werden.
In Gebirgslagen kann sie aber sogar weit über 2 m hoch werden.
Der Stiel ist längs gefurcht und leicht behaart.
An ihm sitzen wechselständig kleine Blätter, die fein gefiedert sind.
Nach oben hin verzweigt sich der Stiel und an den Enden sitzen dann die vielen, kleinen Blüten.
Ihr ganzes Aussehen wirkt eher robust.
Die Schafgarbe erblüht von Juni bis Oktober.
Meist sind ihre Blüten Weiß doch sie ist auch in einem zarten Rosa Ton zu finden.
Als Gartenstaude bekommt man sie jedoch auch in Gelb-,Orange- und Rottönen.
Zerreibt man ihre Blätter, verströmen sie einen starken, würzigen Geruch.
Die Schafgarbe findet man in ganz Europa und ist auch in Asien, Süd Australien und Amerika weit verbreitet.
Sie ist recht anspruchslos an ihren Standort und man findet sie häufig auf eher trockenen und sonnigen Wiesen und Wegesrändern.

Die heilende Wirkung der Schafgarbe: 

Die Schafgarbe enthält viele Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Harze, Flavonoide, Cumarine sowie Kalium und Kupfer.
Heutzutage werden kaum noch bitter schmeckende Lebensmittel verzehrt und die Bitterstoffe sind oftmals aus unserem Gemüse weggezüchtet.
Bitterstoffe können in zu hoher Dosis zu Vergiftungen und auch zum Tod führen, so schützen sich Pflanzen z.B. vor Fraßfeinden.
Doch in geringer Dosis haben sie eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit.
So können Bitterstoffe z.B. bösartige Tumore vorbeugen.
Lebensmittel die Bitterstoffe enthalten, helfen außerdem beim Abnehmen da sie Fett verbrennen und das Sättigungsgefühl doppelt so lang anhalten kann.
Zudem haben sie einen positiven Effekt auf die Gallenblase.
Viele unserer heutigen Gemüsesorten schmeckten nicht immer so mild, sondern enthielten viel mehr der Bitterstoffe.
So sehen auch manche Ärzte einen Zusammenhang zu dem häufigen Übergewicht der heutigen Zeit darin, dass unsere Lebensmittel kaum noch Bitterstoffe enthalten.
Bitterstoffe unterstützen die Verdauung und helfen gegen Übelkeit, so wirken sie auch bei der Schafgarbe.
So soll schon Hippokrates gesagt haben „Bitter im Mund, dem Magen gesund“.

Frauen kann die Schafgarbe besonders bei Menstruationsschmerzen helfen, indem man sie als Sitzbad anwendet (100 g der getrockneten Schafgarbe auf 20 l warmes Wasser).
Das Sitzbad wirkt genau so bei Hämorriden.
Zur Linderung der Menstruationskrämpfe kann sie außerdem als Tee getrunken werden.
Als Tee angewandt gießt man einen gehäuften Esslöffel mit 1 l kochendem Wasser auf und lässt den Tee 10-15 min ziehen.
Am besten wirkt er, wenn man über den Tag verteilt immer wieder kleine Schlucke zu sich nimmt (siehe Warnhinweise).
Die Schafgarbe regt den Blutkreislauf an und kann so Krampfadern lindern, indem sie als Kompresse angewendet wird.
Die Kompresse oder Umschlag wird zubereitet indem man einen Sud (wie beim Tee kocht) zubereitet und ein Tuch darin tränkt.
Dieses in Sud getränkte Tuch wird dann für einige Minuten auf die betroffene Stelle gelegt oder gewickelt.
Die Wickel können bei Bedarf wiederholt werden.
Zudem sollen Wickel aus Schafgarbe den Hormonhaushalt entspannen.
Sie kann als Tee gegen Cellulite und Fettleibigkeit helfen. 
Das enthaltene Kalium kann die Blase stärken und gegen Blasenentzündungen wirken. Schafgarbe kann bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit und bei Krämpfen als Tee getrunken werden.
Außerdem wird die Schafgarbe in einer Therapie zum ausspülen von Nierensteinen verwendet.
Früher wurde sie auch vor allem wegen ihrer keimtötenden, entzündungshemmenden Wirkung bei allerlei Arten von Wunden verwendet.

So nannte man sie auch „Wiesenpflaster“ da man sie auf blutende Wunden legte.
Der Duft und das ätherische Öl wirken wärmend auf Körper und Geist.
Die enthaltenen Bitterstoffe regen den Gallenfluss an und beruhigen die Leber. 
Die Schafgarbe kann bei Entzündungen des Mundraumes gegurgelt werden.
Sie kann als schweißtreibender Badezusatz angewendet werden.
Verarbeitet wird die Schafgarbe zu Tee, Tinktur, gepresster Saft und ätherischem Öl.
Auch in manchen Speisen und „Magenbitter“ kann man sie finden.

In der Naturkosmetik kann man sich ebenfalls die keimtötende und entzündungshemmende Wirkung zunutze machen wenn man unter unreiner, entzündeter und fettiger Haut leidet.
Hierbei verwendet man Packungen aus Schafgarbe.
Das heißt man zerstampft frische Blätter zu einem Brei und trägt diesen dann auf die Haut oder betroffene Stellen auf und lässt den Brei 10-15 min einwirken.
Bei fettiger Haut kann man auch ein Dampfbad mit der getrockneten oder frischen Schafgarbe machen.
Hat man jedoch empfindliche Haut und neigt zu Allergien, sollte man hier auf die Anwendung von Schafgarbe verzichten.

Allgemein ist die Anwendung von Schafgarbe nicht zu empfehlen bei Personen die eine Allergie gegen Korbblütler (wie z.B. auch gegen die Kamille) haben.
Die Schafgarbe ist ein Kraut der Widersprüche.
So kann sie Nasenbluten stillen, doch sie kann ebenso leichtes  Nasenbluten verursachen, sie stärkt Nieren doch bei übermäßigem Tee Verzehr kann sie auch Nieren Blutungen verursachen.
Darum sollte sie eher nach Bedarf getrunken werden und nicht über einen längeren Zeitraum zu sich genommen werden.
Sie kann gegen Hautleiden helfen doch bei empfindlicher Haut kann sie Allergien und Wiesendermatitis auslösen.
Sie galt schon im Mittelalter als DAS Frauenheilmittel aber auch als Kraut der Hexen.
Da sie aber im Großen und Ganzen eine ausgleichende Wirkung hat und so bei vielen Leiden angewendet werden kann, nannte man sie auch das „Heil aller Welt“.

Schafgarbe im Garten:

Schafgarbe im Garten anzupflanzen kann vor allem zur natürlichen Abwehr von Schnecken sinnvoll sein, da diese den Geruch der Schafgarbe nicht leiden können.
Vor allem in Kombination mit Thymian, Lavendel und Rosmarin.

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