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Das Veilchen

Das Veilchen

Der botanische Name lautet: Viola odorata.
Weitere Namen sind: Märzveilchen, Viole oder Vegeli.
Der botanische Name lässt sich vermutlich auf „am Wege wachsend“ zurückführen und „odorata“ soll so viel wie „duftend“ bedeuten.

Volksglaube, Geschichte und Mythologie des Veilchens:
Bei den Griechen spielte das Veilchen eine besonders große Rolle.
Es gibt zahlreiche Mythologien um das Duftveilchen, doch vor allem war es die Blume der Liebe.
So verschenkten die Menschen als Zeichen ihrer Liebe Veilchensträuße an ihre Liebste/n und trugen Kränze aus Veilchen als Kopfschmuck.
Kein Wunder also, das dass Veilchen der Aphrodite und als Pflanze der Venus geweiht ist.
So wurde Athen sogar die Stadt der Veilchen genannt.

In der griechischen Mythologie heisst es außerdem, dass Zeus seine Geliebte, eine Nymphe mit dem Namen Iole bzw. Io in eine Kuh verwandelte, um sie vor der Eifersucht Heras zu schützen.
Da Io so wunderschön war, ließ er eine Wiese aus Veilchen zum fressen für sie wachsen, damit sie etwas essen konnte, was ihrer Schönheit gerecht wurde.
Doch es dauerte nicht lang und Heras durchschaute das Spiel und vertrieb Io über das nach ihr benannte ionische Meer.

Eine andere griechische Sage besagt, dass die wunderschöne Tochter von Atlas von dem Sonnengott verfolgt wurde, genauer gesagt von seinen Strahlen.
Die Tochter floh und erbat von Zeus Hilfe.
Dieser verwandelte sie in ein Veilchen, welches seit jeher geschützt vor der Sonne unter Sträuchern und im Gebüsch wächst.

Auch bei den slawischen Völkern, besonders in der sorbischen Mythologie, kam das Veilchen vor.
So gibt es eine sorbische Sage, um den slawischen Gott Čornobóh.
Čornobóh lebte auf dem gleichnamigen Berg in der Lausitz, in einem prächtigen Schloss mit vielen Schätzen und seiner Tochter.
Doch eines Tages errichteten die Christen ein Kreuz auf dem Berg.
Čornobóh wusste, dass nun seine Zeit gekommen war, so verwandelte er sich, seine Schätze und sein Schloss in Stein, seine Tochter jedoch, verwandelte er in ein  schönes Veilchen.
Man sagt, dass aller 100 Jahre, zur Walpurgisnacht, sich das Veilchen zurück in die schöne Tochter von Čornobóh verwandelt.  

Wer in dieser Nacht dieses Veilchen pflücken würde, würde die Tochter mit samt dem Schloss und Schätzen zur Frau bekommen.

Eine berühmte Person, die das Veilchen besonders als Eis sehr geschätzt haben soll, war z.B. Kaiserin Sissi und seit jeher gilt das Veilcheneis als österreichische Spezialität.
Im englischen Königshaus unter Queen Victoria, wurden wohl kandierte Veilchen als Nascherei bevorzugt.
Und auch Goethe soll eine Vorliebe für das Veilchen gehabt haben, so hat er wohl Veilchensamen bei sich getragen und diese an Wegesrändern verstreut.

Vorkommen und Standort:
Das Duftveilchen kommt vorzugsweise auf lehmhaltigen Böden und an halbschattigen Standorten vor.
So findet man es besonders häufig in lichten Buchenwäldern.
Das Veilchen kommt in eher milderen Regionen bis in die mediterrane Klimazone vor.
Da sich das Veilchen sowohl über Wurzelrhizome als auch über Samen vermehrt, stehen sie meist als große Gruppen beisammen.
Es gibt ca. 500 verschiedene Veilchenarten auf der Welt.
Mit vielen davon könnte man das Duftveilchen auch verwechseln, ausschlaggebend ist hier der Duft: denn die meisten anderen Veilchenarten duften nicht oder kaum.
Und auch das Leberblümchen, was gerne an dem selben Standort aufzufinden ist und zur selben Zeit blüht, könnte mit dem Duftveilchen verwechselt werden aber sollte keinen Falls mit im Körbchen laden.
Duftveilchen und Leberblümchen teilen sich neben dem oft Mals selben Standort nämlich auch die selbe Blütenfarbe.
Doch die Form der Blüten ist komplett unterschiedlich.
Die Blütenform des Leberblümchen ähnelt dem eines Gänseblümchens wohin gegen die Form des Veilchen einem Lippenblütler ähnelt.
Und Auch das kleine Immergrün teilt sich die Farbe mit dem Veilchen, sieht vom Wuchs jedoch ganz anders aus.

Die Blüten sind meist Violet, man kann sie jedoch auch seltener in Weiß finden.
Die Blätter sind nieren-herzförmig und zu einer Blattrosette angeordnet.
Das Veilchen erblüht von März bis April, mancherorts aber auch schon früher.
Veilchen gehören mit zu den ersten blühenden Blumen die man im Jahr finden kann.
Durch ihren betörenden Duft locken sie auch eine Vielzahl von Insekten an und sind somit auch mit die erste Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.

Das Duftveilchen als Heilpflanze und Verwendung:
Auch in der Verwendung als Heilpflanze bietet es vielerlei Einsatzmöglichkeiten und war sowohl bei den alten Griechen, als auch bei Hildenbrand von Bingen und Kneipp eine geschätzte Heilpflanze.
So wurde es z.B. bei Durchfallerkrankungen und als Brechmittel verwendet aber es enthält auch schleimlösende Wirkstoffe welche bei Husten zum Einsatz kamen.
Außerdem soll das Veilchen die Stimmung anheben und Melancholie vertreiben.
Doch auch schmerzlindernde und fiebersenkende Eigenschaften werden dem Duftveilchen nachgesagt.
Und auch bei Hautkrankheiten wurde es gerne verwendet.
Sowohl Blätter, Blüte wie auch die Wurzel wurden vom Veilchen genutzt.

Zudem enthält das Duftveilchen, kaum zu überriechen, viele ätherische Öle, welche z.B. in der Herstellung von Parfüms verwendet wurden.

Vor allem im Mittelalter wurde das Veilchen wohl häufiger in Suppen zugegeben.
Heute noch werden Veilchen z.B. als Zutat in dem Likör Parfait Amour verwendet.
Oder auch als Verzierung für Tortenschmuck kandiert. 

Rezepte mit dem Veilchen:
Veilchenzucker:
Der Veilchenzucker eignet sich besonders gut zum dekorieren von allerlei Süßspeisen und ist ein echter Hingucker mit seiner lila Farbe.
Man benötigt lediglich ca. 50 g weißen Zucker und eine gute Handvoll lila Duftveilchen sowie einen Mörser.

Zunächst müssen die lila Blütenblätter abgezupft werden und es werden nach und nach Zucker und Blütenblätter in den Mörser gegeben und zermörsert bis sich der komplette Zucker lila verfärbt hat und sich die Blütenblätter zersetzt haben.
Nun muss der Zucker noch ein paar Tage an einem warmen, trockenen Ort trocknen.

Aus den Veilchen lassen sich aber auch wohlschmeckende Veilchengelees herstellen.

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