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Die Fichte

Die Fichte

Der botanische Name lautet: Picea abies.
Sie gehört zur Familie der Kieferngewächse, also der Pinaceaen.  

Passend zur Erkältungszeit wollte ich ein Thema über die Fichte schreiben.
Denn sie hat nicht nur einen Nutzen in der Forstwirtschaft sondern auch eine heilende Wirkung.
Gerade zu dieser Zeit gehört das ätherische Öl der Fichte oder anderer Nadelbäume einfach dazu.
Sie erlangte auch eine gewisse Beliebtheit in z.B. Erkältungsbädern oder zur Inhalation bei Atemwegsinfekten.
Doch zunächst zu den Mythen und Sagen, denn auch da hat die Fichte einiges zu bieten.


Mythen und Sagen:
Die dunklen, dichten Fichtenwälder gaben den Menschen früher schon viel Inspiration zu ihren gruseligen und schaurigen Märchen.
Vor allem in Grimms Märchen sind häufig die dunklen Wälder, in die sich z.B. Rotkäppchen begab, beschrieben.

Bei den Germanen war die Fichte ein Baum den sie als Schutz- und Lebensbaum verehrten.
Durch ihre Wuchsform erschien die Fichte den Germanen auch als Kraftbaum, der Lebensenergie bündelt.

Bei den Römern legte man Fichtenzweige unter die Verstorbenen.
Da galt sie als Symbol der Hoffnung.
Dieser Brauch des Grabschmucks mit Fichte hält bis heute an.

Hierzulande gibt es schon seit mehreren Jahrhunderten, den Brauch des Maibaumes.
Zu diesem Frühjahrsfest werden bis heute eine Birke oder auch eine Fichte als Maibaum aufgestellt.
Verliebte Männer stellten ihren Angebeteten geschmückte Birken oder Fichten als Symbol der Liebe auf.
Doch dieser Brauch ist sehr viel älter als man vielleicht denkt und geht eigentlich auf den keltischen Jahreskalender zurück aber dazu im April vielleicht mehr….

Der „Weihnachtsbaum“ Fichte:
Schon lange vor der Zeit der Christen war es ein Brauch,  einen immergrünen Baum als Zeichen für Fruchtbarkeit und Lebenskraft zur Wintersonnenwende aufzustellen.
Germanen und Kelten schmückten zudem ihr Heim mit ihren Zweigen gegen böse Wintergeister sowie mit andern immergrünen Pflanzen.
Wie schon in dem Thema zur Farbe Grün beschrieben https://wildwiesenkind.de/die-farbe-grun/.
Die Christen nahmen diesen Brauch dann in ihre Traditionen mit auf und schon im Mittelalter wurden so Fichten und Tannenbäume mit z.B. Äpfeln geschmückt.

Aussehen und Vorkommen:
Die „gemeine“ Fichte (Picea abies) ist in Deutschland am weitesten verbreitet.
Es gibt aber noch ca. 50 weitere Fichten Arten auf der Welt.
Allgemein ist die Fichte vor allem in Skandinavien, Sibirien, Mitteleuropa, in den Alpen sowie in den Karpaten verbreitet.
Die Fichte ist ein immergrüner Nadelbaum.
Sie erreicht Höhen von 50 Meter.
Fichten bevorzugen einen eher feuchten Boden.

Die Fichten sind Teller- bzw. Flachwurzler.
Welches der Grund für großes Sterben in den letzten Jahren ist.
Anders als bei den z.B. Pfahlwurzlern, dringen ihre Wurzeln nicht tief in den Boden ein.

Bei dem geringen Niederschlag und der Hitze der letzten Jahre gelangen sie so nicht mehr ans Wasser.
So versiegt der Harzfluss und der Baum wird anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer.
Dazu entwurzeln die Fichten bei Sturm, durch die Tellerwurzeln, schneller als Bäume mit tief gehenden Wurzeln.

Für eine z.B. Fichtennadeltinktur werden im Frühjahr die Knospen und jungen Triebe (Fichtenwipfel) gesammelt.
Um die Fichten nicht zu sehr beim absammeln der Triebe zu beschädigen, empfiehlt es sich lieber von mehrern Bäumen zu sammeln und auch nur die Menge die wirklich benötigt wird.
Die Spitzen sollten gar nicht gesammelt werden sowie die Triebe von jungen Bäumchen.

Vorsicht bei der Verwechslung mit der sehr giftigen Eibe!
Zudem gilt hier noch Vorsicht, wer die Fichte nicht auf dem eigenen Grund und Boden stehen hat, sollte den Besitzer vorher um Erlaubnis fragen….

Unterschiede zwischen Fichte, Eibe und Tanne:


Fichtennadeln

„Die Fichte sticht, die Tanne nicht“….

Fichte:
Die Nadeln der Fichte sitzen überall, rundum um den Zweig.
Die Fichten Nadeln stechen.
Die Zapfen hängen nach unten.

Tanne:
Die Nadeln sind in Reihen am Zweig angeordnet.
Die Nadeln stechen nicht, sind flach und leicht abgerundet.
Auf der Unterseite der Nadeln zeigen sich 2 weiße Wachsstreifen.
Die Zapfen der Tanne stehen.

Eibe:
Die Nadeln der Eibe stechen ebenfalls nicht.
Allerdings weist sie keine 2 Wachsstreifen wie bei der Tanne auf.
Die Oberseite der Nadeln ist dunkelgrün, die Unterseite heller.
Die Nadeln stehen mehr spiralförmig zueinander.
Es bilden sich rote, fleischige Beeren.
Die Eibe, vor allem ihre Nadeln, sind stark giftig.

Heilende Wirkung:
Früher schon nutzten die Menschen den Fichtenharz, ihre Nadeln sowie Rinde als Heilmittel gegen allerlei Krankheiten.
Ein Dampfbad mit frischen Fichtennadeln oder ihrem ätherischen Öl kann gegen Husten, Beschwerden der Bronchien und bei Erkältungen angewendet werden.
Denn die Fichte wirkt schleimlösend und antibakteriell.

Auch die Tinktur kann bei äußerlicher Anwendung gegen Husten und Erkältungen sowie Rheuma helfen.
Auch zur Behandlung von Neuralgien wird die Fichte genutzt.

Die Fichte ist reich an Vitamin C.
Sowie im Harz enthaltene Pinenen, Terpentinöle, die einen Wärmereiz auf der Haut auslösen.
So soll die Fichte äußerlich angewandt auch eine sehr durchblutungsfördernde Wirkung haben.
Wer unter Erkrankungen wie Asthma oder Keuchhusten leidet, sollte von der Verwendung der Fichte absehen.

Sicherheitshinweise:
Auch Menschen mit einer Herzschwäche oder großen Verletzungen der Haut sollten auf die Verwendung, vor allem als z.B. Bad, Tinktur, Inhalation, verzichten.
Das Öl sollte nicht bei Kleinkindern, Schwangeren oder Stillenden verwendet werden.

In der Aroma Therapie mit dem ätherischen Öl angewandt, kann die Fichte eine ausgleichende Wirkung auf Psyche und Geist haben.
Zudem kann sie innere Anspannung und Stress lösen.

Fichtennadelhonig/Sirup:
Aus den jungen Trieben (Fichtenwipfel) kann ein Fichtenhonig oder Fichtensirup hergestellt werden.

  • Dazu benötigt man 500 gr der jungen Triebe.
  • 500 gr Zucker.
  • Ein steriles Glas sowie dunkle Flaschen/Gläser für die Aufbewahrung.
Fichte
  1. Abwechselnd wird eine Schicht gewaschener junger Triebe und eine Schicht Zucker in das Glas gefüllt.
  2. Die oberste Schicht muss aus Zucker sein.
  3. Das Glas wird nun für einige Wochen in die Sonne gestellt, bis ein Sirup aus dem Inhalt entstanden ist.
  4. Den Sirup dann in dunkle Flaschen/Gläser abseihen.Der Sirup ist bis zu einem Jahr haltbar.

Fichtennadelbad:
200 – 300 gr. frische Fichtennadeln in 1 l Wasser für ca. 10 min. kochen und mind. weitere 10 min. zugedeckt ziehen lassen.
Den Sud abseihen und in das Badewasser geben.
Dieses Bad kann als Erkältungsbad, Hexenschuss, bei Rheuma oder Gischt Linderung verschaffen.

Fichtennadeltee:
Eignet sich ebenfalls wegen der antibakteriellen Wirkung bei Husten und Erkältung.
Für die Zubereitung eignen sich frische-, junge- als auch getrocknete Nadeln.
Dazu wird pro Tasse ein Esslöffel der Nadeln mit kochendem Wasser übergossen.
Das ganze muss 8 min. ziehen.
Es können je nach Geschmack noch Zitrone, Honig oder Honigalternativen zugegeben werden.


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