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Naturliebe, Selfmade

Die Brennnessel

Brennnessel

Botanisch: Urtica dioica.
Die Brennnessel gehört zur Familie der Urticaceaen also der Brennnesselgewächse.
Sie ist ein echtes, vielseitiges „Wunderkraut“!

Die Brennnessel hat viele Einsatzmöglichkeiten wie zB. als Tee, frisch in Salaten oder getrocknete Samen als Topping für verschiedene Gerichte.
Ihre Fasern wurden sogar zur Herstellung von Stoffen genutzt, aus den Wurzeln konnte man zB. Farben herstellen und auch im Garten hat sie als Jauche ihre Vorzüge.

Weitere Namen der Brennnessel sind Haarnessel, Hanfnessel, Saunessel oder auch Donnernessel.
„Urtica“ kommt von dem lateinischen Wort für „brennen“.

Herkunft:
Weltweit ist die Brennnessel mit etwa 30 verschiedenen Arten vertreten.
Man findet sie als einjährige Pflanze oder als ausdauernde Staude.
Sie kann bis zu 3 m hoch werden aber meist sind sie ca. um die 150 cm groß.
Die zugespitzten Blätter weisen einen grob gezahnten/ gesägten Rand auf.
Unverwechselbar sind natürlich die brennenden Härchen an dem Stiel und auf dem Blatt.
Blühen tut sie von Juni bis Oktober.
Man findet sie in Höhen von bis zu 2500 m, an verschiedensten Standorten.
Auf nährstoffreichen Böden gedeiht sie besonders gut.
Sie bildet als ein Vermehrungsorgan starke, unterirdische Rhizome aus.

Mystik und Geschichte:
Ein alter Brauch soll es wohl gewesen sein, am grünen Donnerstag die Brennnessel in eine grünen Donnerstagssuppe zu geben, da man glaubte es, bringe viel Geld.
Außerdem soll man ein erfolgreiches, gutes Jahr haben, wenn man am 1. Januar Brennnesseln isst.
Im Sommer, zum Johannistag ass man die Brennnessel, da es vor bösem Zaubern schützen sollte.
Ähnlich soll es sich an der Sommersonnenwende verhalten haben.

Da hängte und legte man die Brennnessel zum Schutz vor bösen Zaubern, vor und unter Türen und Fenster.
Auch Tiere soll man mit Brennnessel vor bösen Zaubern geschützt haben.
Der Name “Donnernessel” kommt wohl daher, dass da, wo die Brennnessel wuchs, wohl häufiger Blitze einschlugen.
So war sie in der nordischen Mythologie auch dem Donnergott Thor geweiht.
In römischen Schlachten, sollen sich die Soldaten wohl mit der Brennnessel eingerieben haben, um durch das brennen wach zu bleiben.
Mit der Wurzeln wurde Kleidung Gelb gefärbt und mit den Blättern Grün.
Außerdem wurde sie schon in der Bronzezeit als Faserpflanze genutzt um Kleidung oder Fischernetze herzustellen.

Verwendung:
Die Brennnessel enthält in Wurzel, Kraut bis hin zu den Samen viele gute Nährstoffe und Mineralien wie zB. Kalzium, Kieselsäure, Kalium, pflanzliche Eiweiße und Eisen.
Zudem ist sie reich an Flavonoide und Vitaminen wie zB. Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E.
Je nach Standort variiert allerdings der Gehalt der Inhaltsstoffe.

Die Brennnessel hat eine sehr entgiftende und entwässernde Eigenschaft.
Wer den Brennnesseltee zu sich nimmt, sollte darauf achten immer genug zu trinken um nicht zu dehydrieren.
Der Brennnessel wird eine blutreinigende- und entschlackende Wirkung nachgesagt.
Diese Eigenschaften sollen so zB. auch zur Linderung bei Ekzemen, Aknen und Schuppenflechte beitragen.
Sie regt Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz und Galle an und kann auch dabei helfen Gallensteine auszuschwemmen.
Und so kurbelt sie auch den Stoffwechsel an.
Auch bei Blasenentzündungen kann zB. aus der Wurzel der Brennnessel ein Wurzelextrakt gewonnen werden, welches harntreibend wirkt und so Abhilfe verschaffen kann.
Auch der Tee aus den Blättern kann bei Blasenentzündungen helfen.
Bei Prostatabeschwerden hatte man auch des öfteren die Wurzel sowie das Kraut der Brennnessel empfohlen.

Als Mundspülung oder zum Gurgeln kann sie bei Halsentzündungen und Zahnfleischentzündungen helfen.
Außerdem soll die Brennnessel gegen Blutarmut bzw. bei der Bildung von Blut unterstützend sein.

Die Samen der Brennnessel haben einen hohen Gehalt an Kieselsäure und pflanzlicher Eiweiße sowie Vitamin A, C, B und E, sowie Carotinoide.
Die Kieselsäure hat zB. eine positive Wirkung auf brüchige Nägel oder auch bei Haarausfall kann sie Abhilfe verschaffen.
Im Mittelalter sagte man der Brennnessel, bzw. den Samen der Brennnessel, eine fruchtbarkeitsteigernde Wirkung bei der Frau und eine Potenz steigernde Wirkung beim Mann bzw. aphrodisierende Wirkung nach.
Aus diesem Grunde war es auch Nonnen und Mönchen untersagt, die Brennnesselsamen zu sich zu nehmen damit sie ihrem Keuschheitsgelübde treu bleiben.
Was die Brennnesselsamen wohl ihren reichhaltigen Inhaltsstoffen zu verdanken haben, ist außerdem eine stärkende, leistungsfördernde und vitalisierende Wirkung die zB. bei einer allgemeinen Müdigkeit bzw. Erschöpfung helfen kann.

Wer Brennnesselsamen ernten möchte, sollte nur die Samen der weiblichen Pflanze nehmen da diese die meisten Inhaltsstoffe besitzen.
Sie unterscheiden sich zu den männlichen Fruchtständen in dem sie herab hängen und Grün bis Braun sind.
Männliche Fruchtstände sind hingegen heller und stehen horizontal am Stängel.

Gesammelt werden kann ab ca. Juli bis in den November hinein an trockenen Tagen.
Die ins bräunlich gehenden Samen haben einen höheren Nährstoffgehalt, aber sind auch herber im Geschmack.
Dann können die Samen, am besten in der Sonne, getrocknet werden.
Trocken sind sie, sobald sich der Samen ganz von alleine von den Rispen trennt.
Wer mag, kann sich auch ein Pulver in einem Mixer daraus herstellen.
Man findet sie aber auch käuflich in Biomärkten etc.
Verwendet wird ca. 1 Tl täglich in Müslis, Joghurts, Müsliriegeln, Pesto oder auch angeröstet über verschiedene Speisen.

Auch hier gilt wieder: die Verwendung sowie das Sammeln etc. nur auf eigene Gefahr!
Vorsicht! Wer unter Ödemen und einer eingeschränkten Herz- oder Nierentätigkeit leidet, soll keine Brennnessel verwenden oder dies vorher mit einem Arzt besprechen.
Oder eben wer sich bei der Einnahme von Kräutern unsicher ist.

Kosmetische- und äußerliche Anwendung:
Kosmetisch, äußerlich angewendet kann sie (sowohl aus der Wurzel wie auch aus dem Kraut hergestellt) als Spülung gegen Kopfschuppen helfen und den Haarwachstum anregen bzw. bei Haarausfall helfen.
Kompressen mit Brennnesseltee können gegen fettige und unreine Haut helfen.
Außerdem soll die Brennnessel durch ihre durchblutungsfördernde Eigenschaft bei zB. rheumatischen Beschwerden helfen, da sie an der betroffenen Stelle einen Wärmereiz erzielt.

Der Tee kann aus frischen sowie getrockneten Kraut hergestellt werden.
Dazu werden dann 2 TL des Krautes mit 1 Tasse kochendem Wasser übergoßen und 10 min ziehen gelassen.
Eine Kur mit Brennnesseltee sollte nicht länger als 4 Wochen angewandt werden und wie oben schon erwähnt sollte man unbedingt noch zusätzlich ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Und so reiht sich die Brennnessel zu einem wertvollen und heute wohl unterschätzten Heilkraut, welches fast nur noch als unerwünschtes Unkraut angesehen wird.
Wer die Brennnessel ernten möchte, kann dies zB. mit Handschuhen tun und sie kurz durch heisses Wasser ziehen, damit sie nicht mehr brennt.
Durch die Wuchsrichtung der brennenden Härchen kann man auch an der Brennnessel von unten nach oben streifen, um sich davor zu schützen.
Wie bei allen Kräutern sollte darauf geachtet werden, wo man sammelt.
Das bezieht sich auf evtl. Spritzmittel, Pestizide, Dünger etc.

Ökologisch gesehen ist die Brennnessel für Schmetterlinge bzw. allgemein für Insekten sehr wertvoll.
Einige Schmetterlingsraupen ernähren sich ausschließlich von der Brennnessel, so zB. der kleine Fuchs oder der Admiral, aber auch viele weitere.
Im Garten nutzt die Brennnessel nicht nur als nährstoffreiche Jauche etwas, sondern sie soll auch anzeigen, wo der Boden gute Mineralien im Boden aufweist.

Zur Blutreinigung kann man einen Tee mit:

  • 40 gr Brennnessel
  • 30 gr Schafgarbe
  • 50 gr Schachtelhalm
    zubereiten.

Einen Tee für Frühlingsvitalität lässt sich zB. aus getrockneten:

  • 15 gr Brennnesselblätter
  • 15 gr getrocknete Veilchenblüten
  • 15 gr Birkenblätter
  • 15 gr Ehrenpreis
  • 15 gr Schlüßelblume
  • 15 gr Löwenzahnblätter
    zubereiten.


Pro Tee kann man dann 1 TL Brennnessel auf 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen.
Wie bei den meisten Kräutertee Zubereitungen sollte der Tee unbedingt immer zugedeckt ziehengelassen werden damit die Inhaltsstoffe im Tee erhalten bleiben.

Frisch kann man die Brennnessel zB. zu einem Frühlingssalat mit Frühjahrskräutern und Gemüse wie Spinat oder in Smoothies zubereiten.
Die jungen Blätter enthalten weniger Säure, dies soll wohl besser sein wenn man unter Gicht und Rheuma leidet.
Oder man kann zB. auch eine Brennnesselkräuterbutter, Brennnesselquark erstellen.

Zutaten für Kräuterbutter:

  • Ein Bund Brennnessel (nach Wahl auch 8 Stängel Schnittlauch, Knoblauch oder andere Frühlingskräuter)
  • 250 gr. Butter bzw. vegane Alternative
  • 1 Prise Salz und Pfeffer

Die Butter auf Zimmertemperatur erwärmen.
Die Kräuter gut waschen, trocknen und fein schneiden.
Alle Zutaten miteinander vermischen und fertig!

Auch Suppe lässt sich aus ihr kochen zB. eine Maikräutersuppe.





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