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Naturliebe

Der Herbst & die Mistel

Die Mistel

Die Tage sind spürbar sehr viel kürzer geworden und einige der Pflanzen verlagern ihre Energie nun in die Wurzeln zurück, um über den Winter zu kommen und im nächsten Jahr wieder austreiben zu können.
Die Zeit des Erntens ist langsam vorbei und man findet in den Wäldern, auf den Wiesen und Gärten nicht mehr ganz soviel.
Wie ich finde beginnt nun auch die Zeit der Ruhe.
Da ich ja immer versuche meine Pflanzenportraits möglichst an die Blüte-&Sammelzeit der Pflanze anzupassen, wird es in den kommenden Monaten wohl mehr um immergrüne Pflanzen und Symbolkraft dieser Pflanzen gehen.
Aber es sind auch ein paar kreative-, nachhaltige- und Rezeptthemen geplant….
Da der Sturm einige Zweige auf denen Misteln wachsen, herunter geholt hat, möchte ich gerne mit ihr anfangen.
Außerdem übt diese Pflanze seit frühen Kindertagen irgendwie eine gewisse Faszination auf mich aus.

Die Mistel

Der botanische Name der Mistel lautet: Viscum album.
Misteln gehören zur Familie der Mistelgewächse, der Loranthaceaen.
Der botanische Name Viscum leitet sich von dem lateinischen Wort für „Vogelleim“ bzw. „Leim“,ab.
Denn man verwendete die klebrige Flüssigkeit der Mistel im alten Rom zum fangen von Vögeln.
„alba“ steht für „Weiß“, so wird die Mistel Viscum Alba auch „weiße Mistel“ genannt.
Weitere Namen für die Mistel sind Wintergrün, Leimmistel, Vogelkälb und Hexenbesen.

Mystik:
Es ranken sich unheimlich viele Mythen und Bräuche um die Mistel. Sie hatte eine starke Symbolkraft bei den Kelten, Römern, Griechen und in der nordischen Göttermythologie.
Auch als Heilpflanze war sie beliebt.
Die griechische Mythologie besagt, dass Äneas mit Hilfe der Mistel in die Unterwelt gelangte um seinen Vater Anchises wiederzusehen und auch wieder zurück in die Welt der Lebenden zu gelangen.

In der nordischen Mythologie war die Mistel eine der heiligen Pflanzen von Frigga.
Ihr Sohn Baldar sollte von dem Gott Loki getötet werden.
Jede Pflanze und jedes Tier sollte Frigga schwören, ihrem Sohn nichts böses zu tun.
Doch da die Mistel weder Baum noch Strauch, weder auf, noch unter der Erde wuchs, vergass sie die Mistel zu fragen.
Dies nutzte Loki aus und so wurde ihr Sohn mit einer Pfeilspitze aus Mistel getötet.
Die Beeren der Mistel sollen die verwandelten Tränen von Frigga darstellen, die sie bei seinem Tod vergoss.
Nach wenigen Tagen gelang es jedoch der Familie von Baldar ihn wieder zurück ins Leben zu holen.
Ein Mythos besagt das Frigga ihrem Sohn vor Freude, unter dem Mistelzweig aus dem die tödliche Pfeilspitze stammte, einen Kuss gab und daher der Brauch stammt sich unter einem Mistelzweig zu küssen.

Es gibt aber auch noch einige weitere Vermutungen woher dieser Brauch stammen könnte….
Und auch zu dieser Sage gibt es einige unterschiedliche Versionen.

Im viktorianischen Zeitalter besagte man das ein Mädchen, dass unter einem Mistelzweig stand, es nicht ablehnen durfte, geküsst zu werden, denn sonst würde sie im nächsten Jahr nicht heiraten.

In Irland legen junge Mädchen für Liebesglück zu Silvester einen Mistelzweig unters Kopfkissen.

Bei den Kelten galten Misteln die auf Eichen wuchsen zu den heiligsten Pflanzen.
Die Eichenmistel ist auch die seltenste Mistelart, denn die dicke Rinde der Eiche macht es der Mistel schwer sich auf ihr festzusetzen.
Sie durften daher auch nur mit einer Sichel aus Gold geschnitten werden und nicht auf den Boden fallen, da sie dann ihre magische Wirkung verlieren würde.

Der christliche Glaube besagt, dass die Mistel eigentlich mal ein Baum gewesen sei und aus dessen Holz das Jesuskreuz gezimmert wurde.
Aus Scham wollte die Mistel ein Gewächs werden, das den Menschen Glück bringen sollte.

Die Mistel

Da früher immergrüne Pflanzen eine sehr starke Symbolkraft für die Menschen hatten, steckt auch die Mistel seit jeher voller Bedeutung.
Auch die Mistel sollte Haus und Hof vor Zutritt böser Dämonen und Hexen schützen.
Es soll außerdem Glück bringen, wenn man eine Mistel geschenkt bekommt, aber nur wenn man sie wirklich geschenkt bekommt.

Zusammengefasst steht die Mistel in verschiedenen Kulturen als Zeichen für Glück, Frieden, Fruchtbarkeit, neues Leben und Neubeginn sowie Gesundheit.

Aussehen und Vorkommen der Mistel:
Es gibt zwischen 400- 1000 verschiedene Mistelarten die bis in die Tropen hinein wachsen.
Eine Besonderheit der Mistel ist wohl ihr eher außergewöhnlicher Wuchs-„standort“.
Denn Misteln wachsen auf Bäumen und sind so genannte Halbschmarotzer.
Vorzugsweise auf Laubbäumen, auf Nadelbäumen sind sie kaum zu finden.
Am häufigsten trifft man sie hier auf z.B. Apfelbäumen und Pappeln an.
Ihre Wurzeln „Haustorien“ dringen in den Wirtsbaum ein und entziehen ihm Wasser und Nährstoffe.
Anders als Parasiten sind sie allerdings durch ihre grünen Blätter in der Lage, selber Assimilation bzw. Photosynthese zu betreiben und sind daher nur „Halbschmarotzer“. 
Dennoch ist sie ein parasitärer Strauch.

Meist wächst die Mistel zu einem stark verzweigten, kugeligen Busch.
Die Blätter sind leicht fleischig, mit ledriger Oberfläche, länglich und Gelb-Grün.
Die Mistel vermehrt sich mit der Hilfe von Vögeln.
Diese verbreiten und verteilen die klebrigen Beeren und Samen.
Die Misteln sind eingeschlechtlich und die weiblichen „Büsche“ tragen die weißen Beeren.
Diese weißen Beeren erscheinen in den Wintermonaten.

Die Mistel als Heilpflanze:

Die Mistel ist leicht giftig.
In Blättern und Stielen befindet sich Viscotoxine.
Vergiftungserscheinungen sind Durchfall, Bauchschmerzen und eine gesenkte Herzfrequenz sowie zu niedriger Blutdruck.
Die Beeren bzw. der in den Beeren enthaltene Schleim kann zu Reizung der Haut und Schleimhäuten führen.
Und dennoch hat sie eine heilende Wirkung von der z.B. die alten Griechen schon Gebrauch gemacht haben.
In der Zeit des Mittelalters gerat sie ein wenig in Vergessenheit, doch mit der Zeit wurde sie wieder beliebter.
So verweise ich hier auf den Kauf von Mistelpräperaten und nicht auf Herstellung eigener Tees ect.
So gibt es z.B. Misteltee, Saft ect. zu kaufen.
Zudem gibt es Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Herzens und der Konzentration die Mistel enthalten, da sie unteranderem einen hohen Chlorin, also ein B-Vitamin, enthalten.
Hierbei ist zu beachten, das Menschen mit niedrigen Blutdruck keine Mistelpräperate einnehmen dürfen oder dies zumindest mit einem Arzt abklären sollten.
Denn die Mistel hat eine blutdrucksenkende Wirkung und wird unter anderem gegen Bluthochdruck angewendet.

Heute werden die Wirkstoffe der Mistel in der pharmazeutischen Industrie verwendet und z.B. bei Gelenkbeschwerden wie Arthose oder Beschwerden der Bandscheiben lokal injiziert.

Für Vögel sind die Misteln nicht giftig und bieten ihnen im Winter eine Nahrungsquelle.

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