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Naturliebe, Selfmade

Das Mädesüß

Das Mädesüß

Mädesüß: Botanisch: Filipendula ulmaria.
Es gehört der Familie der Rosengewächse an (Rosaceaen).
Weitere Namen sind: Johanniswedel, Wiesengeißbart, Wiesenkönigin & Spierstaude.
Wenn man im Moment an feuchten Wiesen vorbeikommt, kann man es schon von weitem riechen, das Mädesüß.

Geschichte:
Mit dieser wohlriechenden Pflanze soll Hildegard von Bingen zu ihrer Zeit schon bis zu 40 Erkrankungen behandelt haben.
Das Mädesüß ist neben der Silberweide ein Lieferant von Salicylsäure, welche sich in Schmerzmitteln finden lässt.

Das Mädesüß wurde besonders bei den Druiden der Kelten verehrt.
Zur Sommersonnenwende wurde es von ihnen zu Ritualen verräuchert.
Außerdem haben die Menschen gerne den Boden und die Schlafstätten mit dem Mädesüß bestreut damit es im Haus gut duftete, doch es sollte auch das böse fernhalten.
Zudem wurde dem Mädesüß nach gesagt, es würde die Raumluft desinfizieren.

Die alten Germanen und Römer verfeinerten ihren Met mit dem Mädesüß, daher soll sich der deutsche Name „Mädesüß“ („Mäde“für Met) ableiten.
Doch auch Bier und Sahne verlieh man mit dem Mädesüß einen süßlichen Geschmack.

Im 19. Jahrhundert begann man, die Salicylsäure aus der Pflanze zu isolieren, um daraus Schmerztabletten herzustellen.

Im englischen heißt das Mädesüß „Meadow sweet“ was auf das Wort „Mede“ für Wiese zurückzuführen ist, da dass Heu welches Mädesüß enthält, süßlich riecht.

Aussehen und Vorkommen:
Wie oben schon erwähnt, bevorzugt das Mädesüß einen feuchten Standort, der sonnig bis halbschattig gelegen ist. Hier kommt es oft an Ufern und auf feuchten Wiesen vor und bis auf Höhen von 1500m kann man es finden.
Das Mädesüß ist eine ausdauernde Staude, welche bis zu 2 m hoch werden kann.
Es kommt fast überall in Europa, mit Ausnahme Südeuropas vor.
Ursprünglich kommt es jedoch aus Amerika.

Ein Erkennungsmerkmal ist die auffällige Anordnung der Blätter vom Mädesüß:
Sie entspringen meist rötlichen Stielen.
Die Blätter sind in Teilblätter gefiedert und gegenständig angeordnet.
Zwischen den größeren Blättern findet man immer ein Paar kleine Blätter (Siehe Bild).
Auf der Unterseite befindet sich ein leichter Pflaumen.

Die Blüte erblüht ab Mai – September in einer endständigen Doldentraube.
Die zahlreichen Blüten sind weiß bis creme farben.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der Duft/Geruch:
Zunächst wird er von einigen als süßlich, leicht nach Vanille und Mandel bzw. Marzipan duftend wahrgenommen.
Kommt man der Pflanze näher, riecht es sehr stark medizinisch.

Verwechselt werden kann das echte Mädesüß mit dem kleinen Mädesüß (Filipendula vulgaris) und dem Waldgeißbart (Aruncus dioicus).

Nicht nur für die Menschen ist das Mädesüß eine bedeutsame Pflanze.
In der Insektenwelt stellt es eine gute Nahrungsquelle dar und man kann in den Sommermonaten einige Tierchen daran beobachten die durch den starken Duft angelockt werden.

Sammeln:
Vom Mädesüß werden die aufgeblühten Dolden und Blätter gesammelt.
Diese werden dann an einem trockenen und warmen Ort getrocknet.
Die höchste Wirksamkeit soll das Mädesüß erst nach dem trocknen erhalten.

Das Mädesüß

Wogegen wurde das Mädesüß verwendet:
Das Mädesüß soll:

  • Entwässernd
  • Entschlackend
  • Entgiftend
  • Entzündungshemmend
  • Schmerzlindernd
  • Schweißtreibend

wirken.

Diese heilenden Eigenschaften soll das Mädesüß wegen Inhaltsstoffen wie: Gerbstoffen, der Salicylsäure, Flavoglykosiden und ätherischen Ölen zu verdanken haben.

Besonders beliebt soll es wohl bei rheumatischen Beschwerden oder Gicht gewesen sein.
Da wurde es als Tee getrunken und als Wickel auf den schmerzenden Stellen angewendet.

Das Mädesüß ist auch eine gute Pflanze um zu entgiften und Ablagerungen im Bindegewebe auszuspülen.
Auch gegen Magenschleimhautentzündungen und Sodbrennen wurde es genutzt.
Das Besondere an dem Mädesüß soll sein, dass es gegen Schmerzen helfen soll und zugleich die Magenschleimhaut durch die enthaltenden Gerbstoffe schützt indem die Schleimhaut zusammengezogen wird.

Das Mädesüß eignet sich besonders in Teemischungen für Erkältungstees.
Der Tee des Mädesüßes wird aus 1TL Kraut auf 200 ml nicht mehr kochendem Wasser (bei kochendem Wasser werden einige der Inhaltsstoffe des Mädesüßes zerstört) gegeben und für 10 min zugedeckt ziehen gelassen.

Es lassen sich auch Limonade, Sirup und Süßspeisen mit dem Mädesüß verfeinern, doch: VORSICHT! Das Mädesüß darf nicht überdosiert werden, da es leicht giftig wirkt.
Außerdem darf es bei Menschen, die eine Empfindlichkeit bei Salicylsäure haben, nicht eingenommen werden!
Auch Schwangere und Kinder sollten das Mädesüß nicht zu sich nehmen.
Überdosiert man das Mädesüß, kann es zu Magen-, Darmbeschwerden bzw. leichten Vergiftungserscheinungen kommen.

Zur äußerlichen Anwendung kann man aus dem Mädesüß eine Tinktur mit mind. 40 % Alkohol herstellen.
Dafür befüllt man ein Schraubglas bis zu zwei Dritteln mit den Blüten und Blättern des Mädesüßes.
Dann wird das Glas mit Alkohol aufgefüllt und bis zu 3 Wochen an einem dunkeln Ort stehen gelassen.
Nach 3 Wochen kann die Tinktur abgefüllt werden und ist einsatzbereit.
Diese kann z.B. bei schmerzenden Gelenken auf die betroffene Stelle gerieben werden.

Das Mädesüß kann auch zusätzlich, als Geschmacksverfeinerung in Gelees gegeben werden.
Aber max. 2 Hände voll frischer Blüten auf mind. 1,5 l Flüssigkeit.

Mädesüßblütensirup:

  • 4 Handvoll Mädesüßblüten
  • 1 kg Zucker
  • 1 Biozitrone
  • 1 l Wasser
  • 15 g Zitronensäure

Die Blüten von kleinen Tierchen befreien, nicht waschen!
Den Zucker und die Zitronensäure in einem Topf mit dem Wasser auflösen.

Dann die Blüten und die Schale der Zitrone hinzugeben.
(Auch Orange passt geschmacklich gut zum Mädesüß).

Das Ganze muss nun mind. 48h durchziehen.
Nach den 48h wird der Sirup kurz aufgekocht und anschließend durch einen Kaffeefilter in eine sterile Flasche abgefiltert.
Der Sirup wird verdünnt, in z.B. Mineral Wasser serviert.

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