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Naturliebe

Die Rauhnächte

Rauhnächte

Die Rauhnächte sind 12 Nächte die für unsere Vorfahren von großer Bedeutung waren.
Zurückführen lassen sich die Rauhnächte vermutlich auf die Germanen.
Denn sie lebten noch nach dem Mondkalender und somit hatte ihr Jahr nur 354 Tage statt 365.
Jeder Mondzyklus, also von Neumond zu Neumond, dauert 29,5 Tage und in dieser Zeit durchquert der Mond eines der 12 Sternzeichen.
Doch so blieben 11 Tage und 12 Nächte über.
Diese 12 Nächte sind die sagenumwobenen, heiligen Rauhnächte.

Es gibt wohl kaum eine Zeit im Jahr, in der es um so viele Sagen, Mythen, Geschichten, Brauchtümer und Rituale geht wie in der Zeit der Rauhnächte.
Da wären z.B. die Wilde Jagd, die in den 12 Nächten über das Land fegt, die Perchta bzw. Frau Holle, die 3 Nornen sowie Odin und sein Pferd Sleipnir doch es gibt noch viele weitere die in den Rauhnächten umherziehen.

Je nach Region heißen die Rauhnächte ein wenig anders und es spinnen sich eben so viele Varianten um ihren Namen „Rauhnächte“.
Am wohl häufigsten ist es verbreitet, dass das Wort „Rauh“ vom „Räuchern“ bzw. von “Rauch” kommt da seit je her in den Rauhnächten vor allem auch eines getan wurde, nämlich geräuchert.
Doch mancher Orts glaubt man auch, dass „Rauh“ auch wirklich von „Rau“ kommen soll, weil es eine besonders raue Zeit ist, in der die Rauhnächte liegen.

Genau so beginnen sie je nach Region ein wenig anders.
Bei den einen starten sie zur Wintersonnenwende am 21.12. bei den anderen an Weihnachten dem 24.12. bzw. 25.12. und gehen dann bis zur Mitternacht am 05.01 auf den 06.01  zu den Heiligen drei Königen.

Doch welche tiefere Bedeutung hatten die Rauhnächte für unsere Vorfahren eigentlich und was können wir für uns daraus mitnehmen?:

Diese Zeit war die Zeit der Dankbarkeit, die Zeit der Ehrfurcht vor den Naturgewalten, sowie des Innehaltens und der Ruhe.

Unsere Vorfahren waren auf ein Leben im Einklang mit der Natur angewiesen.
Die Naturgewalten entschieden darüber, wie ertragreich die Ernte im verstrichenen Jahr gewesen war und wie gut sich das Vieh vermehrt hatte.
Dies wiederum entschied darüber, wie gut die Menschen damals durch diese kalte, raue Jahreszeit kommen würden.
So blieb ihnen in den eisigen, kalten Monaten nichts anderes übrig, als von den Erträgen des Sommers und Herbstes zu zehren.
Aus dieser Zeit stammen auch noch einige Glückssymbole wie der Fliegenpilz, dass Glücks Schweinchen, der Schornsteinfeger und das vierblättrige Kleeblatt.

In den unerbitterlichen, eisigen  Winterstürmen vermochte wohl so mancher unserer Vorfahren das Hufgetrappel der „Wilden Jagd“ zu vernehmen.
In den 12 Rauhnächten galten die „Schleier zwischen den Welten“ als besonders durchlässig und die Wilde Jagd erhob sich und zog über das Land hinweg.

Alleine zu der Wilden Jagd gibt es unzählige Mythen, Sagen, Geschichten und Gedichte.
Auch sie hat in verschiedenen Teilen Europas verschiedene Namen, Bedeutungen und wird überall ein wenig anders dargestellt und gedeutet.

Oftmals wird sie jedoch als eine wilde Ansammlung von Geistern und Seelen beschrieben die Unheil oder gar den Tod über denjenigen bringt, von dem sie erblickt wird und gilt so oftmals als allgemeiner Unglücksbote.
Aus diesem Grund fürchteten sich früher die Menschen vor ihr und brachten Opfergaben für die Wilde Jagd dar.
Sie verließen zudem möglichst nicht das Haus und ließen Fenster und Türen geschlossen, um ihr nicht über den Weg zu laufen.

Die Zeit der Rauhnächte ist für unsere Vorfahren vor allem auch eine Zeit des Innehalten gewesen und es war jedem geraten, seine Arbeit für diese Zeit ruhen zu lassen.
Die Wilde Jagd zwang sie auch regelrecht dazu:
Denn man sagte, wenn Wodan bzw. Odin mit der Wilden Jagd übers Land fegte und jemanden sah, der am Arbeiten war, statt damit beschäftigt, in sich zu blicken, auf den soll Wodan seine wilden Hunde los gelassen haben, welche demjenigen Pech und Unglück im kommenden Jahr bringen sollten.
Wer in dieser Zeit Wäsche gewaschen hatte und diese zum trocknen auf hing, der soll Gefahr laufen, dass sich die Wilde Jagd in der Wäsche verfangen würde und Schlechtes über einen bringt oder gar ein Leichentuch aus der Wäsche weben würde.
Bei vielen älteren Leutchen hält dieser Glaube noch bis heute.

Auch in den Spinnstuben sollte Ruhe einkehren denn wenn dort noch gearbeitet wurde, soll dies von Frau Holle bestraft worden sein.
Genauso wie Unordnung, denn in ihr sollen sich böse Mächte verfangen können und Unheil bringen.

Doch auch heute, in der modernen Zeit können wir uns diese alten Weisheiten und Rituale ein wenig zu nutze machen:
Kaum eine andere Zeit können wir im Jahr so gut nutzen um zu entschleunigen, dass Jahr zu reflektieren und noch einmal Revue passieren zu lassen und schauen, was wir los lassen möchten.
Wir können in uns gehen und schauen, was wir uns für das nächste Jahr wünschen und in unser Leben holen möchten, dafür eignen sich besonders gut Vision Boards oder wir schreiben es auf.
Und ein wenig Platz für Magie und der Zauber des Winters bleibt bestimmt auch noch.

Die schönsten, kleinen Rituale:
Unsere germanischen und keltischen Vorfahren nutzten diese Zeit oft zum Orakeln, für Weissagungen und Rituale.
Man erhoffte sich ein wenig in die Zukunft schauen zu können und vorherzusehen, wie das Wetter werden würde, ob es eine gute Ernte geben würde, Kinder geboren werden würden und ob es reichlich Hochzeiten geben würde.
Wen verwundert es, all diese Dinge waren noch existenziell und entschieden über das Überleben der Menschen damals.

Da diese magische Zeit eigentlich mit einem, der für unsere Vorfahren, der bedeutsamsten Tage nämlich der Wintersonnenwende beginnt.
An der das Licht über die Dunkelheit siegt und zu den Menschen zurückkehrt.

Für diesen Anlass habe ich mir einen kleinen Brauch davon herausgesucht welcher mich schon mein ganzes Leben begleitet.
Nämlich das Sonnenwendfeuer.
Dieser Brauch ist dafür da, um Altes loszulassen und Platz für Neues zu schaffen.
Dazu schreibt man auf Zettelchen auf, was man alles loslassen möchte und verbrennt diese dann im Feuer.

Das Ritual der 13 Wünsche:
Das Ritual der 13 Wünsche ist ein recht neuer Brauch der in den vergangenen Jahren dazu gekommen ist.

Bevor die 12 Rauhnächte beginnen nimmt man sich dafür ein wenig Zeit und schaut „was wünsche ich mir für das kommende Jahr?“.
Diese 13 Wünsche werden dann auf 13 Zettelchen geschrieben und zwar so, als ob sie bereits eingetreten wären.
Versuche den Wunsch vor dir zu sehen als hätte er sich bereits erfüllt und schreibe ihn in einem kurzen, klaren Satz auf einen der Zettel.

Wenn du 13 Wünsche auf die Zettelchen formuliert hast, faltest du die Zettel so, dass keiner mehr sieht, was darauf geschrieben ist und packst die Wünsche vermischt in eine Schachtel oder ein Glas.
Jede der 12 Rauhnächte seht für einen Monat im kommenden Jahr.
Bricht die 1. Rauhnacht an, nimmst du dir den 1. Zettel und verbrennst diesen ungelesen.
Dieser sollte sich im Januar erfüllen.
Mit den restlichen Wünschen wird genau so verfahren, doch in der 12., der letzten Rauhnacht wirst du 2 Zettel in den Händen halten.
Du wählst ungelesen einen der 2 Zettel und verbrennst nur einen davon, der, der übrig bleibt, kann aufgefaltet werden.
Diesen letzten Wunsch kannst du dir im kommenden Jahr selbst erfüllen.

In den Rauhnächten haben auch Träume eine große Bedeutung und so wurden Träume und Gefühle, die in den 12 Nächten aufkommen, gedeutet oder aufgeschrieben.

Das Räuchern:
Räuchern gilt als eines der ältesten Rituale der Menschheit und kommt so gut wie in allen Kulturen vor, sei es der heilige Weihrauch oder das Räuchern mit Beifuß, Wacholder, Harzen und Salbei u.v.m. so wie es einige indigene Völker tun.
Unsere Vorfahren haben auch besonders in den Rauhnächten geräuchert.

Ein Schlusswort.
In den vergangenen Jahren erleben die Rauhnächte einen regelrechten Boom.
Die Rauhnächte können eine wunderbare Zeit sein, eine magische Zeit voller altem Brauchtum der uns vielleicht auch ein wenig mehr zurück zu unseren Wurzeln bringt und vielleicht auch ein wenig mehr Verbundenheit zu uns selbst, zu unseren Vorfahren und der Natur schafft.

Macht euch einfach eine gemütliche Zeit, tut was euch gut tut, geht raus in die Natur oder kuschelt euch mit heißer Schokolade, einem guten Buch/Film, eurer Familie oder was ihr sonst mögt, auf das Sofa und genießt die (hoffentlich) freien Tage.

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